Ausbildung zum System-Coach

Warum Systemik?

In unserer Arbeit hat sich in den letzten Jahren die Bedeutung der verschiedenen Symptomklassen mehr und mehr in den Vordergrund geschoben. Es zeigt, dass für individuelle und systemische Pro­bleme unterschiedliche Methoden erforderlich sind.

Individuelle Probleme zeichnen sich dadurch aus, dass sie direkt aus der individuellen Lebenssituation heraus verstehbar und behandelbar sind. Systemische Verstrickungen zeichnen sich dadurch aus, dass der Klient in das Schicksal von Mitgliedern seiner Herkunftsfamilie verstrickt ist und durch die Übernahme von Gefühlen und Lebensentwürfen nicht in der Lage ist, sein Leben so zu leben, wie er das gerne möchte.

Ursprünglich bezog sich diese Verstrickung in der Aufstellungsarbeit ausschließlich auf die Herkunfts- und die Gegenwartsfamilie. Namentlich durch die Arbeit von Klaus Grochowiak wurde immer klarer, dass wir auch mit den Organisationen, in denen wir arbeiten, verstrickt sein können.

Jedoch auch das individuelle psychische Bewusstseinssystem mit seinen verschiedenen Persönlichkeitsanteilen kann als System verstanden werden und ist mit der Aufstellungsmethode zu bearbeiten. Dies schließt auch energetische und karmische Bindungen zu anderen ein.
Diese Verstrickungen sind dem Klienten nicht bewusst und können am besten durch die Aufstellungsmethode ans Licht gebracht werden. Auch das Konzept des „Schmerzkörpers", wie es von Eckhart Tolle entwickelt worden ist, lässt sich hervorragend mit der Aufstellungsme­thode bearbeiten.

Ziele der Ausbildung

Die Teilnehmer lernen, selbstständig Aufstellungen zu leiten und die systemischen Module in das Einzelcoaching zu integrieren. In zehn Semi­narblöcken werden die Wissensgrundlagen und Handlungskompetenzen vermittelt, die ein selbstständiges Arbeiten mit systemischen Dynamiken ermöglichen. Das theoretische Wissen und die praktischen Fähigkeiten werden hierbei in einzelnen Modulen unterrichtet und im Verlauf der Ausbildung zu einer komplexen Handlungskompetenz integriert. Zu diesem Lernprozess gehört für die Teilnehmer auch das Lösen eigener systemischer Verstrickungen. Die hierdurch entstehenden Lösungs- und Klärungsprozesse tragen wesentlich zum Aufbau der notwendigen systemischen Klarsicht bei. Zusätzlich werden wir uns mit der Integration von systemischer Arbeit und individualtherapeutischen Ansätzen, namentlich dem NLP, beschäftigen. Wie lassen sich Module der systemischen Arbeit in die NLP-Arbeit integrieren, beispielsweise systemischer Re-Imprint, Arbeit mit Glaubenssätzen, Teile-Arbeit usw.?

Ein weiteres wesentliches Ziel der Ausbildung besteht darin, die geistige und methodische Flexibilität der Teilnehmer auf eine Art und Weise zu erweitern, dass eine quasi religiöse Bindung an eine allein selig­machende Vorgehensweise aufgelöst werden kann.

Außerdem gibt es für Kollegen, die schon mit Aufstellungen arbeiten, die Möglichkeit der Supervision ihrer Arbeit, ihr Verständnis zu erweitern und neue Methoden zu lernen. Dazu müssen sie nicht unbedingt den gesamten Kurs belegen, sondern sie können auch einzelne Wochen­enden buchen.

Ordnungen der Macht

Nachdem die Teilnehmer die Grundlagen des Familienstellens gelernt haben, werden wir uns mit der Übertragung dieser Methode auf Organisationen und Unternehmen beschäftigen.
In Ergänzung zu den in Familien wesentlichen „Ordnungen der ­Liebe" werden die in Unternehmen geltenden „Ordnungen der Macht" explizit unterrichtet sowie die Zusammenhänge zwischen beiden Ordnungsprinzipien.

  • Die Theorie der Macht nach Niklas Luhmann
  • Das Wertemodell von Clare Graves
  • Das Vier-Quadranten-Modell von Ken Wilber
  • Von Egbert Kinds und Klaus Grochowiak entwickelte Wordings für Machtdynamiken

Namentlich für diejenigen Coaches, die auch oder überwiegend Business-Coaching anbieten bzw. anbieten wollen, ist es von entscheidender Bedeutung, die wesentlichsten systemischen Dynamiken in Organisationen zu kennen und dafür geeignete Vorgehensweisen zur Verfügung zu haben.

Wie erlernen Sie die Methode des Aufstellens?

Die zu erlernenden Fähigkeiten eines System-Coaches beinhalten geschultes Wahrnehmen und Interpretieren des Systemfeldes und der Signale, die sowohl von den Stand-Ins wie auch dem Klienten kommen, sowie das Utilisieren der eigenen Befindlichkeit im Aufstellungsprozess. Ebenso gehören zum Handwerk des Aufstellens das Wissen der Grundpsychodynamiken und das Formulieren wirksamer Lösungs­sätze, die dem Weltmodell des Klienten entsprechen, um eine Lösung für den Klienten und eine neue Ordnung im System zu ermöglichen.

Systemisches Arbeiten in der Einzelarbeit

  • Coaching-Abläufe in verschiedenen Settings
  • Die Rolle des Coaches, Coachingvertrag, Coachingprozess sowie Ziele und Themen im Coaching
  • Integration systemischer Module in individualtherapeutische Interventionen, wie Rückgabe von Fremdgefühlen, Auflösung von Triangulierungen usw.
  • Arbeit mit Bodenankern oder Figuren
  • Arbeiten in der Vorstellungswelt des Klienten
  • Systemisches Arbeiten in Organisationen und Unternehmen
  • Eigene systemische Verstrickungen weitgehend klären, um selbst klar und einfühlsam systemisch arbeiten zu können.
  • Arbeit mit dem Schmerzkörper
  • Energiearbeit
Üben mit „echten” Klienten

Gegen Ende der Ausbildung können die Teilnehmer nach Absprache
„echte Klienten” mitbringen, deren Themen dann aufgestellt werden.
Es kann sich dabei sowohl um Familien- als auch um Organisationsthemen handeln.

Zertifizierung

Mit erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zum System-Coach erwirbt der Teilnehmer das Zertifikat „System-Coach” nach den Richtlinien der IASW (International Association for Systemic Work).

Aktuelle Termine

13. – 15.01.2017
Hypnose für Fortgeschrittene

27. – 29.01.2017
Schmerzkörper Seminar