Ausbildung zum System-Coach

mit Klaus Grochowiak

Warum Systemik?

In unserer Arbeit ist in den letzten Jahren immer klarer geworden, dass die Probleme, mit denen Klienten in die Therapie bzw. ins Coaching kommen, zu verschiedenen Symptomklassen gehören. Die verschiedenen therapeutischen Techniken, die heute auf dem Markt angeboten werden, eignen sich für jeweils eine Symptomklasse. Wer als Therapeut bzw. als Coach nur eine Methode beherrscht, ist in der selben Situation wie ein Handwerker, der als einziges Werkzeug einen Hammer zur Verfügung hat und daher alles wie einen Nagel behandelt.

Die wichtigste Unterscheidung bezüglich der Symptomklassen ist die zwischen individuellen und systemischen Störungen. Individuelle Störungen bzw. Probleme lassen sich völlig auf dem Hintergrund der individuellen Lebenserfahrungen des Klienten verstehen und bearbeiten. NLP wäre hierfür eine geeignete Methode.

Systemische Verstrickungen zeichnen sich dadurch aus, dass der Klient in das Schicksal von Mitgliedern seiner Herkunftsfamilie verstrickt ist und durch die Übernahme von Gefühlen und Lebensentwürfen nicht in der Lage ist,  sein Leben so zu leben, wie er das gerne möchte. Diese Verstrickungen sind den Klienten nicht bewusst und können am besten durch die Aufstellungsmethode ans Licht gebracht werden.

Allerdings ist die Herkunftsfamilie nicht das einzige soziale System in dem Menschen leben. Namentlich das berufliche System Unternehmen, Organisation, Behörde usw. ist ein Ort, an dem immer wieder neue aktuelle systemische Verstrickungen entstehen können.

Ziele der Ausbildung

Die Teilnehmer lernen, selbständig Aufstellungen zu leiten und die systemischen Module in das Einzelcoaching zu integrieren.

In 10 Seminarblöcken werden die Wissensgrundlagen und Handlungskompetenzen vermittelt, die ein selbstständiges Arbeiten mit systemischen Dynamiken ermöglichen. Das theoretische Wissen und die praktischen Fähigkeiten werden hierbei in einzelnen Modulen unterrichtet und im Verlauf der Ausbildung zu einer komplexen Handlungskompetenz integriert.

Zu diesem Lernprozess gehört für die Teilnehmer auch das Lösen eigener systemischer Verstrickungen. Die hierdurch entstehenden Lösungs- und Klärungsprozesse tragen wesentlich zum Aufbau der notwendigen systemischen Klarsicht bei.

Zusätzlich werden wir uns mit der Integration von systemischer Arbeit und individualtherapeutischen Ansätzen, namentlich dem NLP, beschäftigen. Hierbei geht es im Wesentlichen um zwei Fragen. Zum einen: Wann gehe ich von individueller zu systemischer Arbeit über? Wann von systemischer zu individueller Arbeit? Und zum anderen: Wie lassen sich Module der systemischen Arbeit in die NLP-Arbeit integrieren, beispielsweise systemischer Re-Imprint, Arbeit mit Glaubenssätzen, Teile-Arbeit usw.?

Aber auch die neuesten Weiterentwicklungen der Aufstellungstechnik durch Klaus Grochowiak werden Teil der Ausbildung sein.

Systemdynamik in Unternehmen

Nachdem die Teilnehmer die Grundlagen des Familienstellens gelernt haben, werden wir uns mir der Übertragung dieser Methode auf Organisationen und Unternehmen beschäftigen.

Namentlich für diejenigen Coaches, die auch oder überwiegend Business-Coaching anbieten bzw. anbieten wollen, ist es von entscheidender Bedeutung, die wesentlichsten systemischen Dynamiken in Organisationen zu kennen und dafür geeignete Vorgehensweisen zur Verfügung zu haben.

Die klassische Vorgehensweise der Aufstellung mit Stellvertretern gestaltet sich üblicherweise recht aufwändig. Um dennoch mit den lösungsrelevanten systemischen Dynamiken arbeiten zu können, ist ein Übertrag der systemischen Vorgehensweisen ins Einzelcoaching notwendig. Klaus Grochowiak als einer der erfahrensten NLP- und System-Coaches Deutschlands entwickelte in vielen Jahren Verfahren und Strategien, wie auch im Einzelcoaching erfolgreich systemisch gearbeitet werden kann.

Interventionsmodule in der Aufstellungsarbeit

Für die wesentlichen Verstrickungen, die in Familiensystemen vorkommen, wurden Module entwickelt, wie diese Verstrickungen durch Umstellung der Stellvertreter und Wordings aufgelöst werden können, wie:

  • Triangulierung/Parentifizierung, Nachfolge, Ausgleich von Geben und Nehmen, Identifikation, Ehre geben, Fremdgefühle zurückgeben, Anmaßung auflösen, Rangfolge klären, den eigenen Platz finden und vieles mehr.
  • Module für die typischen Konflikte in Organsisationen und die entsprechenden Wordings.
  • Interventionsmodule für Konflikte auf den verschiedenen Stufen des Graves-Modells.
  • Aufstellungstechniken für die karmischen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern.

Ordnungen der Macht

In Ergänzung zu den in Familien wesentlichen „Ordnungen der Liebe” werden die in Unternehmen geltenden „Ordnungen der Macht” explizit unterrichtet sowie die Zusammenhänge der beiden Ordnungsprinzipien.

  • Die Theorie der Macht nach Niklas Luhmann
  • Das Wertemodell von Clare Graves
  • Das Vier-Quadranten-Modell von Ken Wilber
  • Von Egbert Kinds und Klaus Grochowiak entwickelte Wordings für Machtdynamiken

Systemisches Arbeiten in der Einzelarbeit
  • Coaching-Abläufe in verschiedenen Settings
  • Die Rolle des Coaches, Coachingvertrag, Coachingprozess sowie Ziele und Themen im Coaching
  • Integration systemischer Module in individualtherapeutische Interventionen, wie Rückgabe von Fremdgefühlen, Auflösung von Triangulierung usw.
  • Arbeit mit Bodenankern oder Figuren
  • Arbeiten in der Vorstellungswelt des Klienten
  • Einführung in die Skriptanalyse als Vermittlungsglied zwischen individualtherapeutischer Glaubenssatzarbeit und systemischer Familienarbeit
  • Skriptanalyse, Glaubenssatzarbeit und Familienstellen
  • Systemisches Arbeiten in Organisationen und Unternehmen
  • Eigene systemische Verstrickungen weitgehend klären. Dies ist eine der Voraussetzungen, um selbst klar und einfühlsam systemisch arbeiten zu können.
  • Supervision und Arbeit an eigenen Fallbeispielen
Üben mit „echten” Klienten

Gegen Ende der Ausbildung können die Teilnehmer nach Absprache „echte Klienten” mitbringen, deren Themen dann aufgestellt werden. Es kann sich dabei sowohl um Familien- als auch um Organisationsthemen handeln.

Zertifizierung

Mit erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zum System-Coach erwirbt der Teilnehmer das Zertifikat „System-Coach” nach den Richtlinien der IASW (International Association for Systemic Work).